DAS INTERVIEW: 3 Fragen an Hanna Greis

DAS INTERVIEW: 3 Fragen an Hanna Greis

Hanna Greis. Gründerin von SETERY Fashion steht für Design, Ästhetik und Liebe zum Detail und alles im Slow Fashion Format. Hanna war nicht immer Designerin. Als Wirtschaftspsychologin im HR Consulting Bereich stellte sie sich nach einiger Zeit die Frage, ob es wirklich das ist was sie antreibt und da auch sie morgens vor ihrem Kleiderschrank stand und oft nicht wußte, was sie heute wieder anziehen soll, gründete sie kurzerhand ihr eigenes Label. Ein Label mit zehn ausgewählten Teilen in fünf Farben. Daraus ergibt sich eine kleine, aber feine Garderobe, woraus sich verschiedene Outfits kombinieren lassen. „Effortless, minimalistic, sustainable“.

Im Herbst 2019 wurde SETERY geboren und im Frühjahr 2020 startete Hanna Greis mit ihrer Kickstarter Kampagne für ihr Capsule Wardrobe Projekt. Doch sie wollte nicht irgendeine Kollektion entwerfen, sondern ihre Business Capsule Collection sollte im Einklang mit Mensch, Tier und Natur sein. Ihr Wunsch, Hektik und Stress zu vermeiden und unterschiedliche Kulturen zu verstehen, spürt man in jedem einzelnen Stück.

Diversity das Wort der Stunde – so machtvoll und befreiend. Ein Weckruf – es ist Zeit für das große Ganze. Die Modewelt ein Trendsetter? Oder Zeit für eine Revolution?

Hanna Greis
Hanna Greis Eine junge Frau mit braunen Haaren und strahlendem Lächeln
Fotocredit: Oliver Rudolph

1) Was bedeutet dir Mode und welches Signal möchtest du damit setzen?

Als Mode wird laut Definition ein Lebensstil beschrieben, der von einem Großteil der Mitmenschen in einem eng abgegrenzten Zeitraum als vorbildlich, schick oder „in“ empfunden wird und einem ständigen Wandlungsprozess unterliegt. Ich persönliche definiere die aktuelle Mode der Bekleidungsindustrie als zeitgemäß die nachhaltig, langlebig und wandelbar ist. Mit unserem Slow Fashion Label SETERY möchten wir das Signal senden das Nachhaltigkeit ein langfristiger Trend ist und nur durch eine zeitlose, elegante Ästhetik funktionieren kann. Elegantes Design, welches sich an Figurtypen und eine Farbpalette, die sich an Farbtypen orientiert, sollen dazu beitragen kurzfristige Fehlkäufe zu vermeiden. Der Einsatz ökologischer Materialien, eine klimaneutrale Produktion in Deutschland sowie das Konzept einer Capsule Wardrobe – eine Auswahl von Kleidung die innerhalb sich untereinander kombinieren lässt – soll den Bedürfnissen und Wünschen einer diversen Gesellschaft dienen und Freude machen.

2) Du hast ein veganes Label gegründet. Welche Materialien faszinieren dich und sind Zukunftsweisend in der Textilbranche?

Ich habe nach deiner Frage, liebe Bianca „Was bedeutet dir Mode“ viel über den Begriff „zeitgemäß“ nachgedacht. Als ich das erste Mal auf einer Stoffmesse war, wollte ich mir alles anschauen und am liebsten mit jedem Hersteller und Händler sprechen. Die Aussage eines Herstellers schockierte mich zutiefst. Die Dame konnte nicht garantieren, dass das Merinoschaf, welches seine Wolle für ihre Merinoproduktion lässt, nicht gequält wurde, eher im Gegenteil. Diese Aussage und dieses handeln ist für mich absolut nicht tragbar. Schnell lernte ich, diese Aussage war keine Ausnahme, sondern die Regel.

So fragte ich mich, ob es überhaupt noch zeitgemäß ist tierische Ressourcen für Bekleidung zu verwenden und was stattdessen funktionieren kann. Wirklich faszinieren mich innovative Materialien aus Pilzkulturen, diese Forschung steckt jedoch noch in den Kinderschuhen, aber ich kann es nicht erwarten unser erstes Stück aus Pilzen herzustellen. In unserem Arbeitsalltag begeistert uns die technische Umsetzung eines sauberen Herstellungsverfahrens. So verwenden wir die in Österreich hergestellte Tencel Holzfaser, gewonnen durch ein geschlossenes Kreislaufsystem mit weniger Wasser und Lösungsmitteleinsatz und einer hygienischen und sauberen Entsorgung des Abwassers.

3) Was wird dein Signature Look für die Herbstsaison sein und warum?

Ich sehe elegantes Layering als unseren Look für die Herbstsaison, mit Highlight-Farben für jeden Farbtyp von Tango rot über Azur blau und Olive grün. Für den eleganten Twist soll diesen Herbst unser eigenes entwickelter Signatur-Stepp aus einem modernen Hahnentritt als modernen und superwarme kuschelige Alternative zum Wollpullover gelaunched werden. Hier arbeiten wir mit gold-Highlights in Form von Knöpfen, die den Lagenlook so wunderschön mühelos und chic machen.

Hanna Greis Eine junge Frau mit lockigem hochgestecktem Haar strahlt in die Kamera
Fotocredit: Oliver Rudolph

Liebe Hanna, vielen Dank dir für das Interview und deine offenen Worte und für deine so wertvolle Arbeit. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg für SETERY Fashion und freue mich sehr, dich auf deinem Weg begleiten zu dürfen.


Zum Interview vom Juni 2021 >>> Karin Danner Managerin der FC Bayern Frauenfussballmannschaft

Zum Interview vom Mai 2021 >>> Jutta Speidel Gründerin Horizont e.V. in München für obdachlose Kinder und ihren Müttern.

Zum Interview vom April 2021 >>> Julia Leifert Gründerin Ihres Gleichnamigen Labels Julia Leifert.

Zum Interview vom März 2021 >>> Margit Dittrich Gründerin vom Netzwerk Frauen Verbinden und Business & Executive-Coach ihrer eigenen Personalmanufaktur.

Zum Interview vom Februar 2021 >>> Dr. Sonja Lechner Kunsthistorikerin und selbstständige Kuratorin.

Zum Interview vom Januar 2021 >>> Angelika Schindler-Obenhaus CCO der Gerry Weber Group.

Zum Interview vom Dezember 2020 >>> Janine Dudenhöffer bekannt als The Sustainable Stylist.

4 Responses

  1. Liebe Bianca,
    beeindruckend, was Hanna auf die Beine gestellt hat und ich mag ihre klar formulierten Ansprüche. Auch dass sie Dinge hinterfragt und danach umsetzt.
    Ich wünsche ihr viel Glück mit ihrem ‘Baby’ und freue mich über die interessanten Einblicke.
    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Liebe Nicole, Hanna ist so bezaubernd und man spürt die Ehrlichkeit und diese Liebe zu jedem einzelnen Stück. Dieses “Baby” muss unterstütz werden, weil die Kleidung auch wunderschön ist. Liebe Grüße zurück, Bianca

  2. Sehr cool, dass jetzt so langsam immer mehr Nachhaltigkeit gelebt wird. Das ist Setery ein wunderbares Beispiel. Weniger ist eben mehr.
    Danke für den Tipp.

    LG Nicole

    1. Weniger ist mehr, da hast du recht. Lieber Qualität statt Quantität. Wenn wir uns die nachhaltige Mode vor ca. 10 Jahren anschauen, hat sich wahnsinnig viel getan. Sie ist tragbar und wunderschön geworden. Alles Liebe, Bianca

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