DAS INTERVIEW: 3 Fragen an Karin Danner

Karin Danner – eine starke Frau. Ein toller Leader. Kämpferin. Sie wagte mit 18 den großen Schritt und startete ihre Fußballkariere und war ca. 15 Jahre aktiv. Mittlerweile führt Sie seit 20 Jahren in einer Männerdomäne erfolgreich den Frauenfußball. In dieser Zeit wurde sie mit dem FC Bayern München zweimal Deutscher Meister und einmal DFB Pokal Sieger. Wie sie über die Frauenqoute denkt und was sie bestärkt hat, ihrem Traum nachzugehen, verrät sie uns im folgenden Interview.

Karin Danner Frauenfussball Managerin FC Bayern FCB DFB
Fotocredit: Karsten Lauer

1) Was haben Ihre Eltern Ihnen damals mit auf dem Weg gegeben, als Sie Profifussballerin werden wollten und was geben Sie heute jungen Mädchen und Frauen mit auf ihren Weg, damit sie selbstbewusst sich durchsetzen und ihr Ziel verfolgen?

Ich bin mit sieben Geschwistern aufgewachsen, da habe ich schon früh gelernt mich durchzusetzen. Als ich die Entscheidung traf, mit 18 Jahren mein Heimatdorf in der Rheinland Pfalz zu verlassen um in die „große“ Stadt München zu gehen haben mich meine Eltern zu 100% unterstützt. Sie waren immer für mich da, genau wie meine Geschwister, alle standen hinter mir und haben sich für mich gefreut. Dass ich mich dann zur Profifußballerin entwickelte, stellte sich erst später raus. Meine ganze Familie war unheimlich stolz auf mich und das hat mich in meinem Tun nur noch mehr bestärkt. Ich denke, zur damaligen Zeit war es mit das Wichtigste, dass die Familie an dich glaubt und für dich da ist. Heute gebe ich unseren jungen Spielerinnen mit auf den Weg, dass sie an dem festhalten, was sie sich vornehmen und Werte wie Vertrauen, Stärke und sich selbst gesteckte Ziele niemals aus den Augen verlieren. Auch wenn es Niederlagen gibt, dürfen sie nie vergessen, was sie schon alles in ihrem noch jungen Leben erreicht haben. Und natürlich bin ich, genau wie meine Eltern damals, nun auch für sie da, wenn sie Unterstützung und Hilfe benötigen oder einen Rat brauchen.

2) Die Geschlechtergerechtigkeit ist heute aktueller denn je. Was halten Sie, in dem Zusammenhang, von einer Frauenquote in der Führungsebene beim DFB?

Es ist traurig, dass man in der heutigen Zeit überhaupt noch über die „Frauenquote“ sprechen muss. Längst schon müssten gemischte Teams in den Führungsebenen präsent sein. Zudem darf man gute Arbeit nicht am Geschlecht messen, sondern an der Person. Beim DFB liefen in der Vergangenheit mehr Macht- und Hahnenkämpfe als dass man sich auf das Wesentliche besinnt, nämlich den Fußball. Fußball ist für alle da und man sollte genauso wie in allen anderen Sportarten seinem Hobby oder Beruf nachgehen können. Ohne Diskriminierungen oder eine Geschlechtertrennung erleben zu müssen. Und ob eine einzige neue Führungsposition (ob weiblich oder männlich) an der Spitze die nötigen Veränderungen beim DFB bewirken kann ist schwer vorstellbar. Meiner Meinung nach müssen neue Strukturen geschaffen werden, ein Umdenken und Miteinander ist dabei unabdingbar, um dem deutschen Fußball wieder Ansehen zu verleihen.

3) Wenn Sie nicht über Fussball reden, was ist noch spannend für Sie?

Der Sport begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben. Somit ist Sportliches für mich immer spannend. Vor vielen Jahren habe ich mit dem Golfspiel begonnen, und das leidenschaftlich. Dieser Sport ist sehr aufregend sowie die Menschen, die man in diesem Zusammenhang kennenlernt. Zudem inspirieren mich auch all die Frauen, die ich in meinem Leben schon kennen lernen durfte. Frauen, die sich positionieren und stark machen für die Dinge, an die sie glauben. Die Geschichten die hinter jeder dieser Frau stecken – einfach spannend 😊. 

Karin Danner Frauenfussball Managerin FC Bayern FCB DFB
Fotocredit: Karsten Lauer

Liebe Karin, vielen Dank Ihnen für das Interview und die offenen Worte und den kleinen Einblick. Alles Gute für Sie und bestimmt bald mal live und in Farbe bei einem Treffen von FauenVerbinden.


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